2015-05-21

WEICHES GEWEBE ZERSTÖRT KARRIEREN.

LaGrandes Stilfragen

Brüste. Überall Brüste.

Manchmal fällt es mir schwer, Satire von Nicht-Satire zu unterscheiden. So auch heute, bei einem neuen Artikel des Manager Magazins. Modedesignerin und Imageberaterin Katharina Starlay beschäftigt sich mit dem weiblichen Dekolleté und wie viel davon im Berufsleben angemessen ist. Ich bin zutiefst verwirrt, weil ich bis jetzt immer dachte, für mein Berufsleben sei Kreativität und Organisationsfähigkeit ausschlaggebend. Und nun erfahre ich, dass es „das weiche Gewebe“ ist, das über mein Ansehen und meine Chance, respektiert zu werden, entscheidet.

„Obwohl Frauen mit ihren Qualitäten im Geschäftsleben absolut gefragt sind, sollten physische und fachliche Vorzüge sauber getrennt werden: Die einen lenken nämlich nicht nur von den anderen ab, sondern sie kontaminieren regelrecht die vermutete Kompetenz, noch bevor ein Wort im Geschäftskontakt gesprochen wurde.“

Stellen wir uns folgende Situation vor.

Geschäftsleben. Zwei Männer sitzen so herum und wollen ein Meeting machen.
Manager 1: „Puh. Mir ist so langweilig. Wollen wir jemanden einladen?“
Manager 2: „Klar. Du, ich hab gehört, die von [insert: irgendeine coole Beraterfirma] machen jetzt auch was mit Frauen. Die sind jetzt ganz gefragt, diese Frauen. Wegen ihrer Qualitäten.“
Manager 1: „Ok, cool!“
Dann laden sie eine Frau ein.
Manager 1: „Ich vermute, die ist sehr kompetent. Auch wegen ihrer Qualitäten.“
Manager 2: „Denke ich auch.“

Frau kommt rein. Aber, oh! Was ist dort heute Morgen schief gelaufen? Schrecklich! Die Frau hat vergessen, sich vorzubeugen, bevor sie das Haus verlassen hat. Sie kann also schon einmal keine kluge Frau sein, wenn sie so etwas vergisst! Denn: IHR WEICHES GEWEBE IST SICHTBAR!





Die Männer sind natürlich sofort völlig entsetzt, ihr Gehirn fährt Karussell, nichts geht mehr.

Manager 1: „Schade. Ich dachte, Sie wären kompetent. Aber nun sehe ich ihr weiches Gewebe. Das zerschlägt alle meine Hoffnungen.“
Manager 2: „Bitte gehen Sie. Am besten auch direkt nach Hause. Sie sollten nie wieder das Geschäftsleben betreten.“

So schnell kann die Karriere vorbei sein. Dabei kann doch jede Frau von Frau Starlay lernen, dass nur die flache Kuhle ok ist. Weiches Gewebe ist strengstens verboten und gehört hinter Baumwollgitter und Polyesterriegel.

Merke also: Zu viele weibliche Informationen [whatever that is] sind schlechte Informationen.
Bevor Frauen überhaupt anfangen, irgendwas im Geschäftsleben zu managen, sollten sie sich vorrangig um das Management ihrer BH-Träger kümmern. Denn, wenn die ungewollt durchblitzen, dann ist das Ende nah. Möglicherweise wird die Frau in diesem Falle auch direkt von einem Blitz getroffen, mitten ins weiche Gewebe, und fällt tot um.




Ganz so wie die Männer sollen sich die Frauen dann aber nicht anziehen. Ist eigentlich ganz ok, die wenigsten haben nämlich Bock auf zu enge Anzughosen, die allen zeigen, wo der Schniepel jetzt genau sitzt oder zu tiefe Hosenbünde, die beim Bücken oder Sitzen, Dinge entblößen, die niemals jemand auf dieser Welt sehen wollte. DARUM GEHT ES ABER NICHT! Denn, wenn Frauen sich zu geschlossen anziehen, ist das auch wieder nicht richtig, weil die Männer dann ja gar nichts mehr zu gucken haben. Nicht mal eine flache Kuhle. Und bitte, das kann man doch keinem Mann antun. Wer steht nicht morgens auf, packt sein Manager-Köfferchen und denkt: „So, heute freue ich mich wieder auf all die flachen Kuhlen. Aber wehe, ich sehe weiches Gewebe. Die wird dann sofort gefeuert.“

Für seriöse Artikel gibt es also folgende Tipps: Slut Shaming ist keine gute Grundlage für einen Artikel über das Geschäftsleben. Grundsätzlich ist diesen Frauen, die 2015 aus Versehen doch mal irgendwo im Geschäftsleben auftauchen, durchaus zuzutrauen, dass sie selbst wissen, was sie anziehen wollen. Und ihr weiches Gewebe zeigt jede Frau auf die Art und Weise, wie sie das möchte. Das von außen zu kommentieren oder regulieren, ist grundsätzlich unangebracht. Das Sommerloch kann man durchaus auch mit anderen Themen füllen.

Ich gehe jetzt meine femininen Reize überprüfen und bestreue mein weiches Gewebe mit Glitzer. Damit’s wenigstens schimmert, wenn ich mich beim nächsten Schnellcheck nach vorne beuge.

2015-05-13

MACHT MEHR MISSY DRAUS!

Seit fast sieben Jahren landet alle drei Monate eine neue "Missy" in meinem Briefkasten. Auch, wenn ich nicht immer mit allen Artikeln und Meinungen einverstanden bin – für mich ist die "Missy" eine der wichtigsten Zeitschriften auf dem aktuellen Markt. Kaffee, Sofadecke und Missy lesen – was Besseres gibt's kaum (vielleicht tauche ich den Kaffee noch gegen ein Moscow Mule). Feministisch, abwechslungsreich und trotzdem schön poppig, das mag ich wirklich sehr gerne. 

In Zukunft will das Missy-Team noch viel mehr starten und macht deshalb aktuell eine Crowdfunding-Kampagne (bei der ihr übrigens richtig gute Gimmicks abstauben könnt). Was die Ladies mit dem Geld vorhaben und warum sie überhaupt diese Kampagne machen, verrät mir Chefredakteurin Katrin Gottschalk im Interview.


Liebes Missy-Team, ich bin Abonnentin der ersten Stunde und freue mich seitdem auf jede neue Ausgabe. Jetzt gibt’s euch schon seit fast sieben Jahren? Wenn ihr auf die letzten Jahre zurückblickt: Was war besonders toll, was besonders schwierig?

Ich selbst bin ja erst seit 2011 in der Redaktion dabei. Die ersten drei Jahre habe ich also verpasst. Meine Kolleginnen, die Heftgründerinnen Stefanie Lohaus, Chris Köver und Sonja Eismann, schwärmen immer von dem Moment, als sie den Hobnox Evolution Preis über 25.000 Euro bekommen haben und damit die erste Missy-Ausgabe finanzieren konnten. Irgendwann gab es dann schon die ersten Verschleißerscheinungen. Das hat Steffi mal schön auf einer Missy-Veranstaltung gesagt: Sie hatten am Anfang kein Geld und wir haben immer noch keines. Irgendwann ist das frustrierend. 2012 haben wir deswegen die Abokampagne „Miss No Missy“ gestartet und sind dafür zehn Tage lang durch Deutschland gereist. Das war großartig! Und es hat auch viel gebracht, unsere Aboverkäufe sind extrem gestiegen in dieser Zeit. Etwa zur gleichen Zeit haben wir unsere Webseite auch neu gestaltet und angefangen, immer mal wieder extra für die Seite geschriebene Texte dort zu veröffentlichen. Gerade, wenn wir uns dort in aktuelle Debatten eingebracht haben, war die Resonanz sehr groß, weil wir über Facebook und Twitter sehr viele Menschen erreichen können. Wir haben online also immer mehr gemacht, weil Themen, mit denen wir uns beschäftigen, in den letzten Jahren immer präsenter geworden sind. Aber jetzt fehlt wiederum dafür das Geld. Das soll sich ändern – mit einer fulminanten Online-Offensive.

Ihr macht jetzt eine Crowdfunding-Kampagne, um Missy noch größer zu machen: Warum sollten meine Leser_innen euch unterstützen und was habt ihr mit dem Geld vor?

Wir wollen mit dem Geld zwei neue Stellen für Online anfinanzieren – eine für die Redaktion und eine für Marketing. So haben wir genug Ressourcen, um für unsere neue Website ein nachhaltiges Finanzierungskonzept entwickeln und sie mit prallen Inhalten zu füllen. Wir brauchen also ein Startkapital, wie die Heftgründerinnen damals auch. Online präsenter zu sein, ist einfach wahnsinnig wichtig. Den Text hier lesen ja zum Beispiel auch nur Leute, die im Netz unterwegs sind. Und wäre es nicht super, wenn Missy mit dem, was wir seit 2008 machen auch mehr im Netz unterwegs wäre? Eine Online-Plattform, die Pop und Politik mit feministischer Haltung so miteinander verbindet, wie wir es mit dem gedruckten Heft tun, gibt es im deutschsprachigen Raum noch nicht. Wir könnten viel mehr Künstler_innen vorstellen, von viel mehr Veranstaltungen erzählen, viel vielfältigere Stimmen integrieren, viel breitere Debatten führen. Wir wollen Missy auch als Digitalausgabe anbieten oder das Design unserer Website so anpassen, dass die Texte auch zum Beispiel auf dem Smartphone gut zu lesen sind – damit wir da sein können, wo unsere Leser_innen sind.

Wenn ihr zukünftig zwei Hefte mehr im Jahr herausgeben wollt: Wo wollt ihr mit Missy noch hin? Bleibt der Inhalt so, wie er gerade ist oder plant ihr neue Rubriken, Texte, Geschichten?

Wir wollen online aktueller reagieren können und dort werden wir natürlich auch mehr Geschichten bringen. Aber manches funktioniert meiner Meinung nach gedruckt immer noch sehr gut. Bei mir ist es so: Ich sitze jeden Tag am Laptop. Schnelle Nachrichten lese ich dort. Videos schaue ich dort. Wenn ich aber am Wochenende frei habe und mal in Ruhe eine Reportage lesen möchte, dann nehme ich mir eine gedruckte Zeitung oder eben ein gedrucktes Magazin. Ich denke, so geht es einigen. Und wenn Missy zweimal häufiger im Jahr erscheint, geht das zweimal mehr – mit noch mehr Themen. Das Heft strukturieren wir immer wieder um. Erst letztes Jahr hatten wir einen Relaunch des Erscheinungsbildes. Von daher würde sich mit der neuen Erscheinungsweise auf jeden Fall auch einiges ändern.

Wenn ihr genug Geld zusammenbekommt, wollt ihr auch eine Veranstaltungsreihe etablieren? Was kann ich mir unter den Veranstaltungen vorstellen? Und finden die dann nur in Berlin statt oder auch mal in anderen Städten?

Das machen wir, wenn wir 90.000 Euro zusammen bekommen. Das könnten Filmscreenings sein, öffentliche Diskussionsrunden, Konzerte und Partys – und zwar vor allem außerhalb Berlins. Hier passiert ja schon wahnsinnig viel. Allerdings: Wenn in den nächsten zwei Wochen nicht noch ein Wunder geschieht, glaube ich ehrlich gesagt nicht, dass wir das Geld dafür zusammen bekommen. Was aber auch ok ist. Wir haben unsere Funding-Ziele von Anfang an transparent gemacht und wenn die Leute vor allem mehr Missy online wollen und dafür das Geld zusammen kommt, dann ist das ein klares Zeichen. Und das ist dann schon großartig genug.

Ich wünsche euch viel Erfolg bei der Kampagne und hoffe auf noch viel mehr Missy in Zukunft!

Mehr Missy – mehr Online, mehr Heft, mehr Veranstaltungen from Missy Magazine on Vimeo.

2015-05-04

It's official: "Ninias Fashion Mag" & "Ninias Style der Woche"

In den letzten Wochen habe ich immer mal wieder auf Instagram von meinem #Geheimprojekt gesprochen. Jetzt ist es offiziell: Ich moderiere ab 30. Mai mein eigenes Fashion-Magazin "Ninias Fashion Mag"! Das Ganze läuft unter der Dachmarke "Yolo", immer ab 09:15 Uhr auf RTL. Direkt danach kommt dann "Ninia Style der Woche".

Worum geht's?
In "Ninias Fashion Mag" treffe ich coole Menschen, die in der Modeindustrie arbeiten und mir davon erzählen. Es gibt eine tolle DIY-Rubrik, wir begleiten Modedesign-Student_innen und küre meine "Blogs der Woche".
In "Ninias Style der Woche" habe ich einen Gast in meinem Kölner Studio und probiere mit ihr_ihm neue Trends aus. Immer dabei: der wunderbare Frederic Kimmel.

Was in den einzelnen Folgen genau passiert, lest ihr kurz vorher natürlich auch immer hier. Alles ist super spannend, sehr aufregend und macht viel Spaß! Produziert wird das Ganze übrigens von tvision - die machen auch "Die Sendung mit der Maus". Ich habe mir für den Einstieg in dieses Bewegtbild-Geschäft also gleich die richtigen Leute gekrallt :). Noch mehr Infos, eine FB-Seite zum Dranbleiben und neue Fotos gibt's bald!

Und hier noch ein paar Bilder von den bisherigen Drehs!

Mein Kölner Studio

Frederic & ich

Ich darf nur coole Sachen machen beim Fernsehen.

So sieht das dann im "Monitor" aus.

2015-04-30

BUCHTIPP FÜR ELTERN UND KIDS: PINIPAS ABENTEUER

Vor kurzem hatte ich eine Mail von Annika im Postkasten, die fragte, ob sie mir ihr Buch "Pinipas Abenteuer" schicken dürfe. Ich hab erst gedacht: "Hm? Kinderbuch? Was soll ich damit?" und dann aber im Netz dazu gestöbert. Und dann wollte ich es doch gerne live anschauen. Annikas Illustrationen gefallen mir super gut, so süß! Und auch die Geschichte finde ich, gerade weil sie wesentlich länger ist als bei anderen Kinderbüchern, sehr spannend.

Darum geht's: Greta sitzt im Stau und erfindet vor lauter Langeweile Pinipa, die in einer Seifenblase durch Deutschland reist und die verschiedensten Regionen und Wesen kennenlernt.

Ich mochte das sehr gerne. Der Lernansatz verschwindet komplett hinter der Geschichte und das macht das Ganze für mich besonders lesenswert. Ich hab als Kind nämlich nichts mehr gehasst als Bücher, bei denen mir schon auf dem Cover entgegen sprang, dass ich jetzt was lernen muss! Ihr habt Kinder oder kennt Menschen mit Kindern? Gut, dann besorgt euch oder ihnen dieses Buch. Ich werde es bestimmt auch noch ein paar Mal verschenken.


Autor Martin Grolms & Illustratorin Annika Kuhn
Und weil mir die Illustrationen besonders gut gefallen haben, hab ich Annika gefragt, ob sie mir ein paar Fragen beantwortet. Hat sie gemacht! Bitteschön:

Liebe Annika, euer Buch „Pinipas Abenteuer“ ist nicht nur ein Buch mit einer schönen Geschichte, sondern auch eines, bei dem Kinder richtig viel lernen können. War euch das besonders wichtig?


Als wir mit dem Konzept für „Pinipas Abenteuer“ begonnen haben, wollten wir etwas entwickeln, das nicht nur den Kindern Spaß macht, sondern auch den Eltern bzw. demjenigen, der vorliest. Martin, dem Autor, war es wichtig, dass die Abenteuergeschichten einen Mehrwert haben. Und somit war die Entscheidung schnell gefallen, dass in der Geschichte Sachinformationen verpackt werden, die kindgerecht heruntergebrochen sind, so dass die Kinder aus Versehen etwas lernen, während sie vorgelesen bekommen. So macht Pinipa in Band 1 eine phantastische Deutschlandreise als Seifenblasenpilotin und Papierschiffmatrosin und entdeckt das Land aus verschiedenen Perspektiven: die unterschiedlichen Landschaften, die größte Stadt, die größte Insel, den größten Berg, die wichtigsten Sagen, verschiedene Bräuche oder den größten Fluss. Jeder neue Freund, den Pinipa kennenlernt, hat etwas Interessantes und Lustiges zu erzählen.
Außerdem haben wir uns überlegt: Was möchten wir gern mit unseren Kindern lesen? Was ist besonders schön am Vorlesen? Das war uns genauso wichtig. Die Nähe und Gemütlichkeit, Geborgenheit beim Einkuscheln in die Decke abends im Bett – das kommt heute in vielen Familien zu kurz. Dabei ist es so wunderschön, anstatt fernzusehen einfach noch 10 Minuten ein Buch vorzulesen. Die lustigen Akzente und Geschichten der humorvollen Charaktere in „Pinipas Abenteuer“ bringen viel Spaß und die großen Bilder laden die Kinder dazu ein, viel zu entdecken, zu finden und ein Gefühl für die Gegend zu bekommen, in der Pinipa sich gerade befindet. Und vor allem zu kommunizieren: Vorleser und Kinder sollen miteinander reden. Das ist, glaube ich, neu.

Deine Zeichnungen sind sehr detailverliebt und richtig schön! Wie sah dein Arbeitsprozess, auch zusammen mit dem Autoren Martin, aus? Wusstest du schon beim ersten Lesen wie Pinipa aussehen würde?

Martin und ich haben wirklich von Anfang an sehr eng zusammengearbeitet. Das begann schon mit dem Konzept für diese Buchreihe. Wir haben gemeinsam überlegt, wo Pinipa langreist, was sie für ein Typ sein muss und wen sie treffen könnte. Ich habe dann ziemlich schnell gewusst, wie Pinipa aussieht. Sie ist mutig, abenteuerlustig und freundlich. Pinipa ist ja zudem die geheime Freundin von Greta, die in dieser Geschichte mit ihren Eltern im Stau steht und sich langweilt. Sie schickt Pinipa dann in einer Seifenblase auf den Weg in dieses wunderbare Abenteuer. Meine erste Zeichnung hat Martin super gefallen und wir haben dann Feinheiten abgesprochen. Von nun an ging es parallel weiter. Martin hat mir seine Ideen für die einzelnen Kapitel vorgeschlagen und anskizziert und ich habe dann schon überlegt, wie die Charaktere aussehen könnten und erste Skizzen gemacht. So war es die ganze Zeit über eine Art Ping-Pong. Manchmal musste ich einen Charakter neu zeichnen oder die Situation anpassen, manchmal hat aber auch Martin die Geschichte angepasst, wenn sich im Zeichenprozess zeigte, dass das einfach besser funktioniert, wenn die Gegend z. B. von oben zu sehen ist und nicht von unten. Dieses Arbeiten macht unheimlich viel Spaß, denn Text und Bild sind gleichwichtig und sind dann ganz eng miteinander verzahnt.


Ihr habt das Buch per Crowdfunding finanziert und selbstverlegt. Warum habt ihr euch für diesen Weg entschieden?

Tja, nach 3 Jahren Arbeit neben unseren Jobs haben wir erst einmal die wichtigsten und größten Verlage kontaktiert, um sie von Pinipa zu überzeugen. Wir wussten, wir betreten Neuland, denn wir haben kein Schubladen-Buch gemacht. Pinipas Abenteuer ist kein reines Vorlesebuch, kein reines Bilderbuch und auch kein reines Sachbuch. Es ist von allem etwas und so gut es manch einem Verlag auch gefiel – keiner war bereit ein solches Buch von unbekannten Autoren zu verlegen und dafür neue Vertriebsstrukturen aufzubauen. Der Point of Sale sei nicht klar. Als wir nur Absagen kassierten und auch in der ein oder andere intensivere Diskussion mit einem Verlag nicht überzeugen konnten, haben wir uns für den mutigeren Plan B entschieden. Wir verlegen das Buch selbst, denn wir waren und sind immernoch überzeugt davon, dass dieses Konzept gut ist und Anklang findet. Ein Crowdfunding hat uns das Risiko der finanziellen Kosten genommen und  unser Projekt gleichzeitig erste Bekanntheit verschafft. Und sieh' an: es funktioniert :) wir konnten im Dezember 2014 1.000 Bücher drucken und müssen im Sommer nachdrucken.

Was mir besonders an dem Buch gefällt, ist, dass es eine richtig lange Geschichte ist, für junge Kinder schon fast ein Roman – wie entscheidest du, welche Szenen du zeichnest und welche nicht?

In diesem Band geht es ja um die Vielfältigkeit von Deutschland und da war es wichtig, dass in den Bilder ein Eindruck der jeweiligen Region vermittelt wird. War die Perspektive in meinem Kopf klar, habe ich mir den jeweiligen Charakter angesehen, den Pinipa hier trifft und wie sich die Situation wohl anfühlt. Das habe ich dann gezeichnet. Jedes Kapitel hat ein Bild und so haben Vorleser und Zuhörer beide ein Gefühl dafür, wie die Stimmung da wohl gerade ist.


Ein Blick in die Zukunft: Haben du und Martin schon neue Projekte, die ihr gemeinsam angehen wollt?

Jaaa, haben wir! Zur Zeit arbeiten wir an der Vertonung von Pinipas Abenteuer. Da wird es in naher Zukunft was zu hören und sehen geben. Unsere Sprecherin Laura Thomas hat die ersten drei Kapitel bereits eingesprochen und die Bearbeitung läuft. Außerdem steht bereits das Konzept für Band zwei von Pinipas Abenteuer. Martin schreibt an den ersten Kapiteln. Sie wird noch auf viele Reisen gehen und es soll mehrere Bände geben. Ideen für andere Bücher haben wir auch. Wie schnell etwas Neues fertig wird, hängt immer an der Zeit, die wir noch finden. Up to Date bleibt aber jeder, der uns auf facebook oder unserem Blog verfolgt. Auch die Verlagsseite bietet Infos.