2017-07-24

WEEKLY LAGRANDE

Puh ja, letzten Sonntag ist's ausgefallen und jetzt ist auch schon wieder Montag. Was soll ich sagen? Ich habe ein Kind und ein Leben, das sind genug Ausreden. Nun aber zu meinen Tipps der letzten Wochen.

Ich lese so gern Dinge über Leute, die aufs Land ziehen, weil sie das wirklich wirklich toll finden. Es ist ein bisschen wie im Zoo. Total spannend, aber ich bin froh, wenn ich wieder draußen bin. Anna und Marcus machen tolle Dinge auf dem Land und jetzt folge ich ihnen auf Instagram, einfach für das bisschen Landgefühl. Früher haben Leute oft zu mir gesagt, dass das schon noch kommen wird, dieses Bedürfnis nach einem eigenen Haus und Garten und so'n Zeug, vor allem mit Kind. Ich hab jetzt ein Kind. Ich will immer noch nicht irgendwo leben, wo nichts ist außer Nachbarn, die ich nicht mag und eine Bushaltestelle, bei der man sonntags jemanden anrufen muss, damit überhaupt ein Bus vorbeikommt. Ich bin so hardcore Stadtkind, wie man nur Stadtkind sein kann. Und ich hasse Autofahren, und das muss man dann ja tun, wenn man irgendwo wohnt, wo die Luft so toll ist. Aber ich lese gern drüber.

Irgendwo empfahl ich den Newsletter von Sue Reindke schon einmal. Also, falls ihr mal einen Newsletter haben wollt, den ihr nicht sofort löscht: Dann abonniert doch diesen. In einem der letzten Newsletter empfahl Sue die Doku zu einem Paar, das um seine Liebe kämpft und sich dabei begleiten lässt. Fand ich interessant - vor allem, weil es mir nicht gelang, eine der beiden Seiten einzunehmen.

Eine weitere Fremdempfehlung: Lest doch bitte das Blog von André Herrmann, wenn ihr es nicht eh schon tut. In seinen Wochenzusammenfassungen gibt's auch immer viele gute Links. So zum Beispiel dieser Artikel von Carolin Würfel über das Heiraten und das Scheiden lassen und warum Heiraten eigentlich überflüssig ist - zumindest für sie. Ich bin ebenfalls nicht verheiratet, weil ich bis jetzt noch keinen Sinn darin sah, mir für eine Beziehung den staatlichen Segen zu holen. Mit einem Kind sehen die Überlegungen dazu nochmal anders aus, aber alle Dinge, die sich regeln, wenn man heiratet, lassen sich auch so regeln. Ich bin nicht dagegen. Ich sehne mich aber auch nicht danach. Freue mich aber für alle, die voll Bock drauf haben (vor allem, wenn sie mich einladen). Sollte das irgendwann doch stattfinden, dann so, dass es vermutlich kaum jemand mitbekommt.

Nina George ist Autorin und schreibt ein furioses Statement dazu, dass sie mit 150 Euro für die Nutzung ihres kreativen Eigentums abgespeist werden soll. Danke dafür! Es kann nicht genug Leute geben, die immer und immer wieder deutlich machen, dass auch Kunst und Kreatives Arbeit ist und bezahlt werden muss.

Obacht. Den nächsten Artikel muss man bezahlen. Lohnt sich aber. (Dafür nutze ich übrigens blendle auf meinem iPad und freue mich immer wieder über kleine Entdeckungen, für die ich gerne bezahlt habe.) Johannes Böhme besucht die Kinder, die er vor neun Jahren im Zivildienst betreut hat. Sehr interessant und emotional beschrieben.

Heutzutage haben viele Väter das Gefühl, sie würden sich die Erziehungsarbeit gleichberechtigt mit ihrer Partnerin aufteilen. Wie gesagt, das Gefühl. Teresa Bücker über eine Studie, die zeigt, dass Frauen - egal, wie und ob sie berufstätig sind - immer noch wesentlich mehr Care- und Erziehungsarbeit übernehmen und ihnen von Führungskräften unterstellt wird, sie wären weniger karriereorientiert als die Kolleg*innen ohne Kinder. Diskriminerung ist also immer a thing. Überraschung.

Denise kennt ihr von unserem gemeinsamen Podcast. Was ich an ihr besonders schätze? Sie labert nicht lange rum, wenn sie eine Idee hat, sondern macht. So auch ihren eigenen neuen Podcast, in dem sie Schauspielkolleg*innen interviewt, was die denn sonst so machen. "Und du so" gibt's ab sofort auf iTunes.

Ich bin übrigens gerade sehr im Podcast-Fieber. Witzig, dass ich vor ein, zwei Jahren noch dachte, dass das überhaupt nicht mein Ding ist. Ich mag zum Beispiel keine Hörspiele oder Hörbücher. Immer noch nicht. Aber Leute, die mich volllabern, ohne, dass ich sie unterbrechen kann, finde ich aus irgendeinem Grund geil. Vielleicht auch nur, weil ich bei meinen 10.-Monats-Spaziergängen im Frühjahr keine Lust mehr auf Musik hatte und einfach mal einen Podcast ausprobiert habe. Probiert mehr aus, Leute. Bringt Überraschungen. Demnächst schreibe ich mal einen Post, in dem ich alle Podcasts aufzähle, die ich gerade gut finde.

Und zum Abschluss ein Video des Kollegen Jason Bartsch, weil ich ihn am Wochenende beim Slamville in Hamburg mal wieder live sah und wirklich gut fand. Macht was draus.

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